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From: Dr. Jill Bepler <G.Bepler(a)hab.de>
To: Katalin Neumer <h11104neu(a)ella.hu>hu>; Larissa Juliet Taylor
<ljtaylor(a)colby.edu>du>; Lee Palmer Wandel <lwandel(a)ias.edu>du>; Luc Racaut
<lr1(a)st-andrews.ac.uk>uk>; MARK GREENGRASS <M.Greengrass(a)sheffield.ac.uk>uk>;
Merry Wiesner Hanks <merrywh(a)csd.uwm.edu>
Subject: Barockkongress 2000
Date: 1998. december 22. 15:44
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COLLEAGUES
WOLFENBUETTELER BAROCKKONGRESS 2000
Artes et scientiae. Repraesentation neuer und alter Sichtweisen von
"Natur" in der fruehen Neuzeit
Kongress in der Herzog August Bibliothek Wolfenbuettel vom 5. bis 8.
April 2000
10. Jahrestreffen des Wolfenbuetteler Arbeitskreises fuer
Barockforschung
Vorbereitung und Leitung des Kongresses: Barbara Bauer (Marburg), in
Verbindung mit Wolfgang Behringer (Muenchen/York), Thomas Leinkauf
(Muenster), Anselm Steiger (Heidelberg) und Friedrich Vollhardt
(Giessen)
Die Jahrtausendwende ist ein geeigneter Anlass, aus der Perspektive
der Geistes- und Naturwissenschaften ueber die Wurzeln des
neuzeitlichen Natur- und Wissenschaftsverstaendnisses nachzudenken.
Vertreter der historischen Kulturwissenschaften sind sich darueber
einig, dass es nicht mehr genuege, aus interner Sicht die
Erfolgsgeschichte der naturwissenschaftlichen Teildisziplinen zu
schreiben und beispielsweise in den Werken von Nicolaus Copernicus,
Johannes Kepler, Galileo Galilei und Isaac Newton die
Gruendungsmanifeste der neuzeitlichen Physik und Astronomie
aufzuspueren. Um aber zu pruefen, welche Rolle die "new sciences",
die empirische Methode, die mathematische Fachsprache,
Laborexperimente und neue technische Hilfsmittel im vielfaeltigen
Panorama der kulturellen Praktiken im fruehneuzeitlichen Europa
spielten, bedarf es der Zusammenarbeit zwischen Vertreteren
verschiedener historischer Disziplinen. Dazu gehoeren: Kirchen- und
Dogmengeschichte, Schul- und Universitaetsgeschichte, Kunst-, Musik-
und Literaturgeschichte, Mediengeschichte und vergleichende
Kulturanthropologie.
Das Thema des internationalen Barock-Kongresses im April 2000 bietet
Gelegenheit, darueber zu diskutieren, wie die Literatur und Kuenste,
alte und neue Kommunikationsmedien an der Propagierung neuer
wissenschaftlicher Ideen und Erfindungen beteiligt waren.
Gleichzeitig soll aber auch geprueft werden, welche Mittel die
Verteidiger traditioneller Wissensformen und bewaehrter Autoritaeten
benutzt haben, um neue Deutungsansaetze und Verfahren der
Naturforschung zu bekaempfen. Im Zentrum des Interesses stehen 1.)
die Bedeutung verschiedener Kommunikationsmedien, Darstellungsformen
und Gattungstraditionen als Vehikel neuer Ideen ueber das
Weltgebaeude und den Ort des Menchen, 2.) das Verhaeltnis der neuen
Naturwissenschaften zu alternativen Praktiken der
Wissenserweiterung, die aus heutiger Sicht als Pseudowissenschaften
gelten, und 3.) der heikle Zusammenhang zwischen religioesem
Bekenntnis und naturwissenschaftlichem Sachverstand, der im
Kompetenzstreit zwischen Theologen und Fachwissenschaftlern ueber
ihre Forschungsgegenstaende und Methoden zur Diskussion stand.
Kongressplanung
I. Plenarsitzungen
Mittwoch, 5. April, abends
Eroeffnungsvortrag
Donnerstag, 6. April, Vormittag
Das Verhaeltnis kirchlicher Institutionen zu den neuen Wissenschaften
ebenso wie zu Magie und Wunderglauben
- Jesuitische Kultur, Bibelexegese und new sciences
- Protestantismus und neue Wissenschaften
- Die Kirchen und die magischen Praktiken
Freitag, 7. April, Vormittag
Schulen, Akademien und Museen
- Neue Ordnungen des Wissens und die traditionelle
Disziplinenhierarchie an den Hochschulen in katholischen,
protestantischen und reformierten Territorien
- Konkurrierende Verstaendnisweisen von "Natur"
- Sammlungen als Naturtheater und Laboratorien, ihre Besucher und
Benutzer
Abendveranstaltung:
Vortrag ueber spekulative Musiktheorien und Musizierpraxis (mit
Konzert)
Samstag, 5. April, Vormittag
- Neue Techniken, Exaktheitsideal und die Kuenste
- Literarische Formen der Vermittlung neuer naturphilosophischer
Ideen
Abschlussdiskussion
Ausschreibung - Call for Papers
Referate in den Arbeitsgruppen (6. und 7. April, Nachmittage)
In jeder Arbeitsgruppe sollen folgende Themen unter den Aspekten
eines Wissensgebiets eroertert werden:
- Koexistenz und Konkurrenz verschiedener Wissensformen und Praktiken
- Rivalitaet zwischen akademischen Wissenschaftlern und Technikern,
Ingenieuren und Tueftlern
- Verhaeltnis zur christlichen Lehre und zum Bibeltext
- Verhaeltnis zu den Scbulen, zum Hof und zu fuerstlichen,
kaiserlichen, paepstlichen etc. Foerderern
- Kritik an traditionellen Autoritaeten (v.a. Aristoteles) und Suche
nach Alternativen (z.B. Hermetismus, Neuplatonismus, Paracelsismus
u.ae.)
- Methodenprobleme: Exaktheitsideal, mathematische Fachsprache,
empirische Ueberpruefbarkeit, Experimente, Synthesis vs. Analysis
- neue Ordnungen des Wissens, Hierarchie der Disziplinen
- Darstellungsformen des Neuen in Literatur und Kuensten und die
Selbstinszenierung der Wissenschaftler (als Magier, Revolutionaere,
Kuenstler etc.)
Geplante Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe I
Astronomie, Astrologie, Kosmologie
(Fritz Krafft, Eberhard Knobloch)
Arbeitsgruppe II
Physik, Geographie und Geogonie, Naturgeschichte
(Martin Mulsow, Paul R. Blum)
Arbeitsgruppe III
Alchemie
(Wilhelm Kuehlmann, Bruce T. Moran)
Arbeitsgruppe IV
Psychologie, Entdeckung des Bewusstseins
(Eckhard Kessler, Lino Bolzoni)
Arbeitsgruppe V
Wissenschaften und Kuenste, die den Koerper und "Koerperlichkeit"
discourse of the body, gender difference) betreffen, also die
Heilkunst (theoretische und praktische Medizin, Pharmakologie,
Anthropologie)
(Barbara Becker-Cantarino, Wolfgang Behringer)
Arbeitsgruppe VI
Entgrenzungen der bekannten Welt und Erfahrungen der Neuen Welt.
(Wolfgang Neuber, Hans-Dieter Metzger)
Anmeldung zum Barockkongress 2000 Ars et scientiae
Anmeldungen fuer ein Referat (bis zu 20 Minuten) in einer der
Arbeitsgruppen, samt einem Abstract von bis zu einer Seite, werden
bis zum 22. Januar 1999 erbeten.
Name, Adresse:......................................................
Themenvorschlag:....................................................
Gewuenschte Arbeitsgruppe:...........................................
Abstract
Genauer Abfahrtort bei der Anreise zum Kongress im April
2000:.................
Arbeitskreis Barockforschung
Herzog August Bibliothek
Postfach 1364 Fax: 05331-808-266
38299 Wolfenbuettel Email: forschung(a)hab.de
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Dr. Jill Bepler Fax: 0049-5331-808-266
Herzog August Bibliothek Tel: 0049-5331-808-208
Postfach 1364
D-38299 Wolfenbuettel, Germany email: bepler(a)hab.de
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